durch sînen wunnebæren schîn.
ouch fröute sich diu muoter sîn
und sîne bruoder über al.
sich huop dâ vrœlich hoveschal,
dô man die wârheit hete ervarn,
daz Pârîs, der tugende barn,
was von Prîamô geborn.
durch den juncherren ûz erkorn
wart dâ vröuden vil gegert.
er was in ê liep unde wert,
durch seine strahlende Erscheinung.
Zudem freuten sich seine Mutter
und alle seine Brüder.
Da brach fröhlicher höfischer Trubel los,
als man die Wahrheit erfahren hatte,
dass Paris, dieses Kind der Vollkommenheit,
der Sohn des Priamus war.
Wegen des vortrefflichen jungen Herrn wurde dort
nach mancherlei heiterem Vergnügen verlangt.
Sie hatten ihn zuvor gern und sie schätzten ihn,
Donnerstag, 30. Juni 2016
Mittwoch, 29. Juni 2016
5321-5330
diu hovediet gemeine;
wan daz von im aleine
Prîamus beswæret was.
er nam ze herzen unde las
trüeb unde clegelîche sene.
der künic Lâmedon, sîn ene,
was ouch der mære vil gemeit,
daz von Pârîse was geseit,
er wære sînes sunes kint.
sîn trûren was vil gar ein wint
die gesamte Hofgesellschaft;
nur eben allein
Priamus war wegen ihm bekümmert.
Die Sache rührte sein Herz und er
sammelte sich eine trübe und trauernd-klagende Sehnsucht.
Der König Lamedon, sein Vater,
war auch über die Neuigkeit froh,
dass von Paris gesagt wurde,
dass er der Sohn seines Sohnes sei.
Seine Traurigkeit war wie weggeblasen,
wan daz von im aleine
Prîamus beswæret was.
er nam ze herzen unde las
trüeb unde clegelîche sene.
der künic Lâmedon, sîn ene,
was ouch der mære vil gemeit,
daz von Pârîse was geseit,
er wære sînes sunes kint.
sîn trûren was vil gar ein wint
die gesamte Hofgesellschaft;
nur eben allein
Priamus war wegen ihm bekümmert.
Die Sache rührte sein Herz und er
sammelte sich eine trübe und trauernd-klagende Sehnsucht.
Der König Lamedon, sein Vater,
war auch über die Neuigkeit froh,
dass von Paris gesagt wurde,
dass er der Sohn seines Sohnes sei.
Seine Traurigkeit war wie weggeblasen,
Dienstag, 28. Juni 2016
5311-5320
was die beswærde Prîamus,
daz der jungelinc alsus
gewahsen und erzogen was.
daz er des tôdes ie genas,
daz was sîn meiste swære dô.
dâ vor was er gesezzen vrô
dur sîn erwünschet bilde;
nû was im vröude wilde
von sîme antlitze wunneclich.
dur den juncherren fröute sich
der Schmerz klagend Ausdruck,
dass der junge Mann auf diese Weise
aufgewachsen und erzogen worden war.
Dass er es überhaupt geschafft hatte, dem Tod
zu entgehen, gerade das quälte ihn am meisten.
War er zuvor glücklich gewesen,
aufgrund seiner vollkommenen Erscheinung,
war die Freude seinem schön anzusehenden Antlitz
nun fern und fremd.
Über den jungen Herren freute sich
daz der jungelinc alsus
gewahsen und erzogen was.
daz er des tôdes ie genas,
daz was sîn meiste swære dô.
dâ vor was er gesezzen vrô
dur sîn erwünschet bilde;
nû was im vröude wilde
von sîme antlitze wunneclich.
dur den juncherren fröute sich
der Schmerz klagend Ausdruck,
dass der junge Mann auf diese Weise
aufgewachsen und erzogen worden war.
Dass er es überhaupt geschafft hatte, dem Tod
zu entgehen, gerade das quälte ihn am meisten.
War er zuvor glücklich gewesen,
aufgrund seiner vollkommenen Erscheinung,
war die Freude seinem schön anzusehenden Antlitz
nun fern und fremd.
Über den jungen Herren freute sich
Montag, 27. Juni 2016
5301-5310
wan er ist von iu geborn,
daz wizzent, herre, ân allen zorn.‹
Der künic rîch von hôher art
beswæret von der rede wart
gar inneclichen sâ zehant;
wan er des troumes wart ermant,
den Ekubâ, sîn vrouwe, kôs,
dô si trüeb unde vröudelôs
wart Pârîsen tragende.
in sînem herzen clagende
denn er stammt von euch.
Das sollt ihr wissen, Herr, ohne deshalb zornig zu werden.‹
Den mächtigen, hochgebornen König
belastete diese Rede
ganz unmittelbar und er war innerlich tief bewegt,
denn er wurde an den Traum erinnert,
den Ekuba, seine Ehefrau, erkannte,
als sie bekümmert und betrübt
Paris in sich zu tragen begann.
In seinem Herz verschaffte sich
daz wizzent, herre, ân allen zorn.‹
Der künic rîch von hôher art
beswæret von der rede wart
gar inneclichen sâ zehant;
wan er des troumes wart ermant,
den Ekubâ, sîn vrouwe, kôs,
dô si trüeb unde vröudelôs
wart Pârîsen tragende.
in sînem herzen clagende
denn er stammt von euch.
Das sollt ihr wissen, Herr, ohne deshalb zornig zu werden.‹
Den mächtigen, hochgebornen König
belastete diese Rede
ganz unmittelbar und er war innerlich tief bewegt,
denn er wurde an den Traum erinnert,
den Ekuba, seine Ehefrau, erkannte,
als sie bekümmert und betrübt
Paris in sich zu tragen begann.
In seinem Herz verschaffte sich
Mittwoch, 22. Juni 2016
5291-5300
ûz im erzogen disen knaben,
den wir hie ze hove haben
und der geheizen ist Pârîs.
seht, herre sælic unde wîs,
alsus gefuor ez umb daz kint,
dem sîniu dinc nâch wunsche sint
und nâch heile ergangen
sît daz Pârîs enphangen
sî von iu z’eime gesinde,
sô hânt in ouch ze kinde,
ihn zu diesem jungen Mann erzogen,
der hier bei uns am Hof ist
und Paris heißt.
Schaut, gesegneter und weiser Herr,
so verhält es sich um das Kind,
dessen Sache glücklich verlaufen ist und so,
wie man es sich wünscht.
Da nun Paris von euch
in euer Gefolge aufgenommen wurde,
so nehmt ihn auch als Kind auf,
den wir hie ze hove haben
und der geheizen ist Pârîs.
seht, herre sælic unde wîs,
alsus gefuor ez umb daz kint,
dem sîniu dinc nâch wunsche sint
und nâch heile ergangen
sît daz Pârîs enphangen
sî von iu z’eime gesinde,
sô hânt in ouch ze kinde,
ihn zu diesem jungen Mann erzogen,
der hier bei uns am Hof ist
und Paris heißt.
Schaut, gesegneter und weiser Herr,
so verhält es sich um das Kind,
dessen Sache glücklich verlaufen ist und so,
wie man es sich wünscht.
Da nun Paris von euch
in euer Gefolge aufgenommen wurde,
so nehmt ihn auch als Kind auf,
Dienstag, 21. Juni 2016
5281-5290
dô gap sô lûterbæren schîn
diu wunneclîche varwe sîn,
daz uns der wille wart gegeben,
daz wir liezen im daz leben
dur sîner sælikeite prîs.
wir leiten ez ûf dickez rîs
in den wüesten œden tan.
sît vant ez dirre guote man
von wilder âventiure
und hât mit sîner stiure
Da leuchtete aber seine hinreißende Schönheit
so hell und klar,
dass wir den Entschluss fassten,
ihm das Leben zu lassen,
um seine Vollkommenheit zu würdigen.
Wir legten es auf dicke Äste
in dem wilden, einsamen Wald.
Danach fand es dieser gute Mann
durch unwahrscheinlich-glücklichen Zufall
und hat mit seinem Beistand
diu wunneclîche varwe sîn,
daz uns der wille wart gegeben,
daz wir liezen im daz leben
dur sîner sælikeite prîs.
wir leiten ez ûf dickez rîs
in den wüesten œden tan.
sît vant ez dirre guote man
von wilder âventiure
und hât mit sîner stiure
Da leuchtete aber seine hinreißende Schönheit
so hell und klar,
dass wir den Entschluss fassten,
ihm das Leben zu lassen,
um seine Vollkommenheit zu würdigen.
Wir legten es auf dicke Äste
in dem wilden, einsamen Wald.
Danach fand es dieser gute Mann
durch unwahrscheinlich-glücklichen Zufall
und hat mit seinem Beistand
Montag, 20. Juni 2016
5271-5280
ichn weiz niht, waz ich sagen sol:
wan ir wizzent selbe wol,
dô mîn frouwe ein kint gebar
schœn unde wunneclich gevar,
daz ir wârent im gehaz
und ich selb ander fuorte daz
in einen walt dur iuwer bete.
als iuwer munt gelobet hete,
sus wolten wir verderbet hân
daz kint nâch wunsche wol getân.
ich weiß nicht, was ich sagen soll,
denn ihr wisst selbst ganz genau,
als meine Herrin ein Kind geboren hatte,
das schön und herrlich aussah,
dass ihr ihm Feind wart,
und ich und ein anderer brachten es
in einen Wald, weil ihr es wolltet.
So wie es eure Worte geschworen haben,
so wollten wir
das makellose Kind beseitigen.
wan ir wizzent selbe wol,
dô mîn frouwe ein kint gebar
schœn unde wunneclich gevar,
daz ir wârent im gehaz
und ich selb ander fuorte daz
in einen walt dur iuwer bete.
als iuwer munt gelobet hete,
sus wolten wir verderbet hân
daz kint nâch wunsche wol getân.
ich weiß nicht, was ich sagen soll,
denn ihr wisst selbst ganz genau,
als meine Herrin ein Kind geboren hatte,
das schön und herrlich aussah,
dass ihr ihm Feind wart,
und ich und ein anderer brachten es
in einen Wald, weil ihr es wolltet.
So wie es eure Worte geschworen haben,
so wollten wir
das makellose Kind beseitigen.
Abonnieren
Posts (Atom)