Donnerstag, 16. Juli 2026

25290-25299

alsam diu senwe tuot den pfîl,

der ûz der nüzze snellet.

geworfen und gevellet

wart nider manic brücke sâ,

diu zuo dem lande solte dâ

ros unde liute dinsen.

sîn leben dô verzinsen

begunde manger bî dem tage,

der mit des grimmen tôdes klage

müeste ein bitter ende hân.


so wie die Sehne es mit dem Pfeil tut, der aus der Nuss der Armbrust schnellt. Viele Brücken, die die Leute und Pferde zum Land bringen sollten, wurden zügig umgestoßen und zum Einsturz gebracht. Viele bezahlten an diesem Tag mit dem Leben, die mit dem leidbringenden, grimmen Tode ein bitteres Ende nahmen.

Mittwoch, 15. Juli 2026

25280-25289

er bat si mit den henden

die ruoder vaste rüeren,

dur daz si balde füeren

zuo dem stade ân underbint.

ouch wart sô rehte grôz ein wint,

der ûf daz mer des mâles kam,

daz er die kiele für sich nam

und si gewalteclichen stiez.

er treip hin an des landes griez

diu schif bereit ûf kampfes bîl,


Mit seinen Händen ließ er sie wissen, dass sie kräftig rudern sollten, damit sie schnell an das Ufer kämen. Auch kam gerade ein starker Wind auf, der die Schiffe gewaltig vor sich her trieb. Er schoss die kampfbereiten Schiffe an den Ufersand

Dienstag, 14. Juli 2026

25270-25279

ûf sînes herzen ungemach

im an daz mer engegen varn

und er begunde ir künfte warn,

dô wart im zuo dem lande nôt.

sêr unde vaste er dô gebôt,

daz nieman solte fliehen.

ûf rihten unde ûf ziehen

hiez er die segele sâzehant

und die marner an daz lant

die kiele drâte wenden.


die, ihm zum Schaden, zum Meer hin ihm entgegen zogen, und als er sah, dass sie bald ans Meer kamen, da hatte er es eilig, an Land zu kommen. Ernst und entschieden befahl er, dass niemand fliehen dürfe. Er hieß sogleich die Segel aufziehen und ließ die Seeleute, die Schiffe schnell an Land bringen. 

Montag, 13. Juli 2026

25260-25269

dâ wurden beidenthalp gemant

die ritter albesunder,

daz si ze strîte munder

und z’eime kampfe würden.

sich huop ein grimmez mürden

und ein erbermeclicher schade,

ê man geschifte zuo dem stade.

Protheselaus der künic hôch,

der nie dur zageheit geflôch,

nû daz er die von Troie sach


Auf beiden Seiten wurden also all die Ritter dazu aufgerufen, sich wacker zu schlagen und leidenschaftlich zu kämpfen. Ein erbittertes Gemetzel und ein erbärmliches Blutvergießen begann, noch ehe man mit den Schiffen an das Ufer kam. Als nun Prothesalaus, der edle König, der noch nie feige geflohen war, die Leute von Troja sah, 

Donnerstag, 9. Juli 2026

25250-25259

er bat si bî der zîte,

daz âne vorhte si beliben

und si diu schif ze lande triben

mit unverzagtem muote gar.

Hector der mante ouch sîne schar

und sînes werden vater her,

daz si mit ritterlicher wer

die Kriechen wider slüegen,

noch in des niht vertrüegen,

daz si bekæmen an daz lant.


Er forderte sie auf, keine Angst zu haben und die Schiffe mutig an das Ufer zu bringen. Auch Hektor ermutigte seine Schar und das Heer seines edlen Vaters, und forderte sie dazu auf, den Angriff der Griechen mit ritterlichem Mut zurückzuschlagen und nicht zuzulassen, dass sie an Land kämen. 

Mittwoch, 8. Juli 2026

25240-25249

dâ stuont vil maniger harnaschvar,

als der die vînde hazzet.

die schilte si gevazzet

des mâle heten alle.

Troiæren z’einem valle

ze strîte wâren si bereit.

Prothesolaus der nie vermeit

êr unde werdeclichen prîs,

der mante alsam ein künic wîs

die ritter dô ze strîte.


Viele standen dort in voller Rüstung und zeigten sich, wie jemand sich zeigt, der die Feinde hasst. Sie alle hielten die Schilde. Sie waren zum Kampf bereit, um die Trojaner zu besiegen. Prothesolaus, der immer auf Ansehen und edlen Ruhm aus war, der forderte dann, so wie ein weiser König dies tut, die Ritter auf, tapfer zu kämpfen. 

Dienstag, 7. Juli 2026

25230-25239

mit hundert kielen ritter vol

ze stade fuor der künic wert.

er kunde wol sîn edel swert

gebrûchen und genützen;

er hete mangen schützen

geschicket an der kiele bort,

die stalten jâmer unde mort

mit strâlen und mit pfîlen.

ouch wâren bî den wîlen

verwâpent sîne ritter gar.


Mit hundert Schiffen voll von Rittern fuhr der vortreffliche König an das Ufer. Er wusste sein edles Schwert zu gebrauchen und zu nutzen. Viele Schützen hatte er an den Rand des Schiffes geschickt, die von dort aus mit Pfeilen und Geschossen Jammer und Tod brachten. Auch waren seine Ritter vollständig gewappnet.