Dienstag, 21. Juli 2026

25320-25329

ouch wizzent, daz sich niht vergienc

grôz schade bî der wîle.

die strâlen und die pfîle

die wurden under si gesant.

die regentropfen ûf daz lant

sô dicke nie gevielen,

als ûz der geste kielen

diu schoz ûf die von Troie flugen.

die schützen valten unde zugen

vil manigen in den grimmen tôt:


Macht euch auch klar, dass das große Blutvergießen nicht schon nach einiger Zeit beendet war. Die Pfeile und Geschosse prasselten weiter auf sie nieder. Nie fielen die Regentropfen so dicht auf das Land wie aus den Schiffen der Ankömmlinge die Geschosse auf die Trojaner flogen. Die Schützen fällten zahlreiche Männer und trieben sie in den grimmen Tod. 

Montag, 20. Juli 2026

25310-25319

wan die meisten alle

verdurben schiere und alzehant,

die zem êrsten an daz lant

bekâmen ûz den schiffen.

mit swerten wol gesliffen

wart in daz verch verhouwen.

Troiære liezen schouwen

vil manigen wunden siechen,

si valten vil der Kriechen,

der leben schiere ein ende enpfienc.


die allermeisten, die zuerst aus den Schiffen an das Land kamen, gingen gleich zugrunde. Mit gut geschliffenen Schwertern wurde ihnen das Leben aus dem Fleisch gehauen. Die Trojaner sorgten für viele schwer Verwundete und sie schlugen viele der Griechen nieder, deren Leben dann schnell zuende ging.

Freitag, 17. Juli 2026

25300-25309

swer ûz den kielen wolte gân

oder rîten an daz lant,

der wart enpfangen alzehant

mit swerten und mit spiezen,

wan die von Troie stiezen

ir lanzen unde ir scharpfen sper

dur manigen lîp, der sîne ger

wolt ûf ir schaden wenden.

ir gnuoge muosten enden

mit einem snellen valle,


Wer auch immer aus den Schiffen heraus wollte, sei es zu Fuß oder auf dem Pferd, der wurde sogleich mit Schwertern und Spießen empfangen, denn die Trojaner stießen ihre Lanzen und ihre scharfen Speere durch viele Männer, die ihnen nach dem Leben trachteten und auf ihren Schaden aus waren. Sehr viele von ihnen lagen schnell danieder, denn  

Donnerstag, 16. Juli 2026

25290-25299

alsam diu senwe tuot den pfîl,

der ûz der nüzze snellet.

geworfen und gevellet

wart nider manic brücke sâ,

diu zuo dem lande solte dâ

ros unde liute dinsen.

sîn leben dô verzinsen

begunde manger bî dem tage,

der mit des grimmen tôdes klage

müeste ein bitter ende hân.


so wie die Sehne es mit dem Pfeil tut, der aus der Nuss der Armbrust schnellt. Viele Brücken, die die Leute und Pferde zum Land bringen sollten, wurden zügig umgestoßen und zum Einsturz gebracht. Viele bezahlten an diesem Tag mit dem Leben, die mit dem leidbringenden, grimmen Tode ein bitteres Ende nahmen.

Mittwoch, 15. Juli 2026

25280-25289

er bat si mit den henden

die ruoder vaste rüeren,

dur daz si balde füeren

zuo dem stade ân underbint.

ouch wart sô rehte grôz ein wint,

der ûf daz mer des mâles kam,

daz er die kiele für sich nam

und si gewalteclichen stiez.

er treip hin an des landes griez

diu schif bereit ûf kampfes bîl,


Mit seinen Händen ließ er sie wissen, dass sie kräftig rudern sollten, damit sie schnell an das Ufer kämen. Auch kam gerade ein starker Wind auf, der die Schiffe gewaltig vor sich her trieb. Er schoss die kampfbereiten Schiffe an den Ufersand

Dienstag, 14. Juli 2026

25270-25279

ûf sînes herzen ungemach

im an daz mer engegen varn

und er begunde ir künfte warn,

dô wart im zuo dem lande nôt.

sêr unde vaste er dô gebôt,

daz nieman solte fliehen.

ûf rihten unde ûf ziehen

hiez er die segele sâzehant

und die marner an daz lant

die kiele drâte wenden.


die, ihm zum Schaden, zum Meer hin ihm entgegen zogen, und als er sah, dass sie bald ans Meer kamen, da hatte er es eilig, an Land zu kommen. Ernst und entschieden befahl er, dass niemand fliehen dürfe. Er hieß sogleich die Segel aufziehen und ließ die Seeleute, die Schiffe schnell an Land bringen. 

Montag, 13. Juli 2026

25260-25269

dâ wurden beidenthalp gemant

die ritter albesunder,

daz si ze strîte munder

und z’eime kampfe würden.

sich huop ein grimmez mürden

und ein erbermeclicher schade,

ê man geschifte zuo dem stade.

Protheselaus der künic hôch,

der nie dur zageheit geflôch,

nû daz er die von Troie sach


Auf beiden Seiten wurden also all die Ritter dazu aufgerufen, sich wacker zu schlagen und leidenschaftlich zu kämpfen. Ein erbittertes Gemetzel und ein erbärmliches Blutvergießen begann, noch ehe man mit den Schiffen an das Ufer kam. Als nun Prothesalaus, der edle König, der noch nie feige geflohen war, die Leute von Troja sah,