Mittwoch, 12. August 2026

25470-25479

der ab den schiffen allen brast,

diu daz wazzer machte vol,

daz man dar über mohte wol

des mâles rîten unde gân.

daz heil den gesten wart getân,

daz si ze lande kâmen

und ir gelende nâmen

sît michel sanfter danne vor.

der werde künic Prothênor

und Archelaus der bruoder sîn


die von all den Schiffen, die das Wasser füllten, herunterstürzte, sodass man darüber dann gut reiten und gehen konnte. Für die Ankömmlinge war das ein großer Vorteil, dass sie an das Land kamen und dass sie viel leichter anlanden konnten als zuvor. Der edle König Prothenor und Archelaus, sein Bruder –

Dienstag, 11. August 2026

25460-25469

von der vil snelleclichen var,

diu von zwein künigen dô geschach,

die man ze helfe komen sach

den Kriechen bî der selben zît.

von holze wart ein strâze wît

gemachet über an daz stat,

die man dâ reit wol unde trat,

als ob dâ wære ein brücke lanc.

liut unde guotes vil ertranc

und wart versenket manic last,


die durch die eilige Fahrt der zwei Könige, die den Griechen zur Hilfe eilten, von all den zerstörten Schiffen herabstürzten, die dort auf den Meeresboden sanken. Aus dem Holz wurde eine breite Straße gemacht, die an das Ufer führte; und darüber lief und ritt man, als wenn dort eine lange Brücke wäre. Viele Menschen und Dinge verdarben im Wasser und viel Ausrüstung versank, 

Montag, 10. August 2026

25450-25459

si brâchen unde stiezen

die kiele, die dâ stuonden ê,

sô daz sie vielen in den sê

mit hôher und mit rîcher habe.

daz mer gefüllet als ein grabe

wart von dem gerüste grôz,

daz von den schiffen allen schôz

und ab den wîten kielen,

die dâ ze grunde vielen,

dô si zerstôzen wurden gar


Die Schiffe, die dort schon standen, stießen sie zur Seite oder brachen sie entzwei, sodass sie mit ihrer edlen und prächtigen Ladung im Meer versanken. Wie ein Graben wurde das Meer durch die ganze Ausrüstung gefüllt,

Freitag, 7. August 2026

25440-25449

dô si die Kriechen bî dem sê

mit nôt begriffen sâhen,

dô liezen si dar gâhen

und dar nâher strîchen.

schier unde snelleclîchen

woltens’ in ze helfe stân.

den schiffen wart sô nôt getân

mit ruodern und mit winde,

daz man si gar geswinde

sach zuo dem lande schiezen.


Als sie sahen, dass die Griechen am Ufer in einer Notlage waren, eilten sie dorthin und gingen dort an Land. Sie hatten es eilig, ihnen zur Hilfe zu kommen. Aus den Schiffen holte man mit den Rudern und Segeln alles heraus, was herauszuholen war, sodass man sehen konnte, wie sie mit großer Geschwindigkeit an das Ufer schossen. 

Donnerstag, 6. August 2026

25430-25439

daz was gewarnet ûf den strît

mit liuten hinden unde vor.

ein künic, der hiez Prothênor,

und Archelaus sîn bruoder,

die brâhten manic fuoder

von ritterschefte dâ ze schaden.

mit ahzic kielen wol geladen

fluzzen si ze lande wert

und heten sêre des gegert,

daz den von Troie würde wê.


das kampfbereit war, mit Männern vorne und hinten. Ein König namens Prothenor und Archelaus, sein Bruder, die brachten viele Fuhren an Rittern, um dort für Verderben zu sorgen. Mit achtzig vollgeladenen Schiffen kam sie an Land und ihr Sinn stand danach, den Trojanern Leid zuzufügen.  

Mittwoch, 5. August 2026

25420-25429

sich hât des maniger an genomen,

daz er Troiære wolte slahen,

der sînes bluotes mangen trahen

verrêrte von ir henden.

dâ lac in allen enden

ross unde liute ein wunder tôt.

nû daz die Kriechen in der nôt

dâ vâhten unde rungen,

dô kam ein her geswungen

ûf dem wazzer aber sît,


Viele von ihnen, die vorhatten, die Trojaner zu erschlagen, verloren nun Ströme an Blut, das durch die Hände ebenjener Trojaner vergossen wurde. Überall lagen Massen von toten Pferden und toten Menschen. Als nun die Griechen dort in großer Bedrängnis kämpften und sich gegen die Gegner warfen, kam alsbald ein Heer über das Wasser heran,

Dienstag, 4. August 2026

25410-25419

doch vâhten si vil deste mê,

daz si niht vliehen mohten.

vil bezzer was gevohten

denn âne wer gelegen tôt.

daz mer alsam ein lösche rôt

wart von bluote bî dem stade,

wan dâ geschach mortgrimmer schade

ze bêden sîten ûf dem wal.

daz her viel nider âne zal,

daz dô ze lande was bekomen,


Doch kämpften sie umso heftiger, weil sie nicht fliehen konnten, denn besser ist es zu kämpfen als ohne Gegenwehr zugrunde zu gehen. Das Meer wurde am Ufer durch das Blut so rot wie Saffianleder, weil dort auf dem Kampfplatz ein schreckliches Gemetzel stattfand, auf beiden Seiten. Zahllose Männer des Heeres, das dort an Land gegangen war, gingen zu Boden.