Donnerstag, 6. August 2026

25430-25439

daz was gewarnet ûf den strît

mit liuten hinden unde vor.

ein künic, der hiez Prothênor,

und Archelaus sîn bruoder,

die brâhten manic fuoder

von ritterschefte dâ ze schaden.

mit ahzic kielen wol geladen

fluzzen si ze lande wert

und heten sêre des gegert,

daz den von Troie würde wê.


das kampfbereit war, mit Männern vorne und hinten. Ein König namens Prothenor und Archelaus, sein Bruder, die brachten viele Fuhren an Rittern, um dort für Verderben zu sorgen. Mit achtzig vollgeladenen Schiffen kam sie an Land und ihr Sinn stand danach, den Trojanern Leid zuzufügen.  

Mittwoch, 5. August 2026

25420-25429

sich hât des maniger an genomen,

daz er Troiære wolte slahen,

der sînes bluotes mangen trahen

verrêrte von ir henden.

dâ lac in allen enden

ross unde liute ein wunder tôt.

nû daz die Kriechen in der nôt

dâ vâhten unde rungen,

dô kam ein her geswungen

ûf dem wazzer aber sît,


Viele von ihnen, die vorhatten, die Trojaner zu erschlagen, verloren nun Ströme an Blut, das durch die Hände ebenjener Trojaner vergossen wurde. Überall lagen Massen von toten Pferden und toten Menschen. Als nun die Griechen dort in großer Bedrängnis kämpften und sich gegen die Gegner warfen, kam alsbald ein Heer über das Wasser heran,

Dienstag, 4. August 2026

25410-25419

doch vâhten si vil deste mê,

daz si niht vliehen mohten.

vil bezzer was gevohten

denn âne wer gelegen tôt.

daz mer alsam ein lösche rôt

wart von bluote bî dem stade,

wan dâ geschach mortgrimmer schade

ze bêden sîten ûf dem wal.

daz her viel nider âne zal,

daz dô ze lande was bekomen,


Doch kämpften sie umso heftiger, weil sie nicht fliehen konnten, denn besser ist es zu kämpfen als ohne Gegenwehr zugrunde zu gehen. Das Meer wurde am Ufer durch das Blut so rot wie Saffianleder, weil dort auf dem Kampfplatz ein schreckliches Gemetzel stattfand, auf beiden Seiten. Zahllose Männer des Heeres, das dort an Land gegangen war, gingen zu Boden.

Montag, 3. August 2026

25400-25409

vor dem enkunden si niht mê

gewîchen hinder sich noch komen.

sus was in ouch diu fluht genomen

von den von Troie vorne,

die si mit strîtes zorne

dô vâhten grimmeclichen an.

si mohten weder dar noch dan

vor liuten noch vor wâge

in tet mit sîner lâge

der tôt in allen enden wê,


sie deshalb nicht mehr nach hinten ausweichen konnten. Zudem war ihnen auch die Möglichkeit einer Flucht nach vorne durch die Trojaner genommen, die sie mit Kampfeswut und Zorn angriffen. Durch die Leute und die Fluten konnten sie weder dahin noch dorthin; mit seinem Hinterhalt schädigte sie der Tod an allen Ecken und Enden. 

Freitag, 31. Juli 2026

25390-25399

sô daz beslozzen dâ belibe

der Kriechen ritterlichez her.

zwischen Troiæren und dem mer

die geste wurden umbeslagen:

dâ von si muosten alle tragen

sorg unde swære grimmeclich,

wan si niht mohten hinder sich

noch für sich dô gewenken.

ir ougen sâhen swenken

dâ rückeshalp den wilden sê,


Auf diese Weise blieb das Heer der Griechen dort eingeschlossen. Zwischen den Trojanern und dem Meer wurden die Ankömmlinge umzingelt, sodass sie alle Sorgen und schreckliche Not zu ertragen hatten, weil sie weder vor noch zurück konnten. Ihre Augen sahen die Fluten des wilden Meeres in ihrem Rücken, sodass

Donnerstag, 30. Juli 2026

25380-25389

von sîner vrechen hende. 

Ouch galt er mit den sînen,

die man begunde pînen

mit strîteclicher marter.

dâ wart gevohten harter,

denn ich entsliezen künne.

man seit, daz êr gewünne

Prîant der künic alsô guot,

daz er biz an des wâges fluot

die vînde wider umbetribe,


durch seine tapferen Hände zugrunde. Doch musste er dafür gemeinsam mit seinen Leuten teuer bezahlen, denn sie wurden in diesem Kampf elendig gepeinigt und gemartert. Es wurde dort härter gekämpft als ich es beschreiben kann. Es heißt, dass Priamus, der lobenswerte König, es schaffte, die Feinde bis zurück zum Ufer zu treiben.  

Mittwoch, 29. Juli 2026

25370-25379

den êrsten, der im dâ bekam,

den valte er ûf des landes griez.

die lanzen stach er unde stiez

im alzehant in sîne brust.

dar nâch vil maniger nam verlust,

den er dâ sît ze tôde sluoc.

mit bluote er jæmerlichen twuoc

kis unde sant. des meres stade

Troiæren gap er z’einem bade,

der maniger nam ein ende


Der erste, den er zu fassen bekam, den warf er auf die Erde nieder, indem er ihm die Lanze kurzerhand in seine Brust stieß. Und auch danach hatten viele gegen ihn das Nachsehen, die er dort mit seinen Schlägen tödlich verwundete. Mit Blut wusch er Kies und Sand – es war ein Jammer! Das Meeresufer machte er zum Bad für die Trojaner; viele von ihnen gingen