mit êren alles guotes hort.
daz ertrîch und der himel dort
mit künsten wurden ûf geleit;
si mahte gotes wîsheit
und allez, daz in beiden ist.
jô füeget hôher künste list,
daz von ir wahset rîcher solt.
mit listen wirt gemachet golt,
und hât daz golt der tugent niht,
noch der krefte in sîner pfliht,
jeden Schatz vergolden.
Die Erde und der Himmel dort,
die wurden mit Kunstfertigkeit erschaffen;
Gottes Weisheit machte sie
und alles, was in beiden ist.
Ja, das Wissen hoher Künste ermöglicht,
dass von beiden großer Gewinn entsteht.
Durch Wissen wir Gold gemacht
und das Gold hat nicht die Fähigkeit,
noch die Kräfte zur Verfügung,
Freitag, 19. Dezember 2014
Donnerstag, 18. Dezember 2014
2071-2080
rîlichen hort in sîne pflege,
dur daz er sîn hüet alle wege,
der wil sîn guot alsô bewaren,
als ob er einen hieze varen
ân alliu ruoder ûf daz mer
und in mit schatze sunder wer
dâ lieze in einem kiele sweben.
man sol mir disen apfel geben,
den kan ich wol verschulden.
wîsheit mac übergulden
einen reichen Schatz anvertraut,
damit er ihn tagein-tagaus behüte,
der will seinen Besitz so sichern
als wenn er jemanden
ohne Ruder auf das Meer schicken würde
und ihn dort mit Reichtümern, aber ohne Waffen zur Verteidigung,
in einem Kahn treiben ließe.
Mir muss man diesen Apfel geben.
Den hab ich wahrlich verdient.
Weisheit kann mit Ansehen
dur daz er sîn hüet alle wege,
der wil sîn guot alsô bewaren,
als ob er einen hieze varen
ân alliu ruoder ûf daz mer
und in mit schatze sunder wer
dâ lieze in einem kiele sweben.
man sol mir disen apfel geben,
den kan ich wol verschulden.
wîsheit mac übergulden
einen reichen Schatz anvertraut,
damit er ihn tagein-tagaus behüte,
der will seinen Besitz so sichern
als wenn er jemanden
ohne Ruder auf das Meer schicken würde
und ihn dort mit Reichtümern, aber ohne Waffen zur Verteidigung,
in einem Kahn treiben ließe.
Mir muss man diesen Apfel geben.
Den hab ich wahrlich verdient.
Weisheit kann mit Ansehen
Mittwoch, 17. Dezember 2014
2061-2070
gewinnet wol êr unde guot.
ob er die gülte sîn vertuot,
er kan wol ander gelt bejagen:
sô muoz der tumbe rîche tragen
bresten alsô lange vrist,
swenn er von guote komen ist
und er sîn gelt verliuret.
gehœhet und getiuret
ist edel sin für allez guot.
swer einem sinnelôsen tuot
kann doch wohl mit seiner Weisheit Ansehen und Besitz erlangen;
und wenn er die Quellen seines Einkommens vertut,
kann er leicht andere Geldquellen auftun.
Demgegenüber muss der, der reich und dumm ist, einen Schaden
über lange Zeit tragen,
wann auch immer er Besitz verloren hat
und seines Geldes verlustig ging.
Erhabener und herrlicher
ist edle Gesinnung als aller Besitz.
Wer auch immer jemandem, der nicht ganz bei Sinnen ist,
ob er die gülte sîn vertuot,
er kan wol ander gelt bejagen:
sô muoz der tumbe rîche tragen
bresten alsô lange vrist,
swenn er von guote komen ist
und er sîn gelt verliuret.
gehœhet und getiuret
ist edel sin für allez guot.
swer einem sinnelôsen tuot
kann doch wohl mit seiner Weisheit Ansehen und Besitz erlangen;
und wenn er die Quellen seines Einkommens vertut,
kann er leicht andere Geldquellen auftun.
Demgegenüber muss der, der reich und dumm ist, einen Schaden
über lange Zeit tragen,
wann auch immer er Besitz verloren hat
und seines Geldes verlustig ging.
Erhabener und herrlicher
ist edle Gesinnung als aller Besitz.
Wer auch immer jemandem, der nicht ganz bei Sinnen ist,
Dienstag, 16. Dezember 2014
2051-2060
daz wil ich dir gedingen an.
witz ist ein hort, der niht enkan
geroubet werden, noch verstoln.
kunst mac wol eine wîle doln
an guote bresten unde schaden,
daz aber si mit nôt geladen
sî ze langen stunden,
des hab ich niht befunden
und ist mir selten worden schîn.
der wîse mit dem liste sîn
Das erwarte ich von dir.
Wissen und Verstand ist ein Schatz, der weder
geraubt noch gestohlen werden kann.
Können und Kunstfertigkeit mögen wohl eine zeitlang
Mangel und Schaden an Gut und Vermögen erleiden,
dass sie aber über längere Zeit in eine
Notlage geraten,
das habe ich bisher nicht vernommen
und auch noch nie gesehen.
Der, der weise ist,
[Ich gehe davon aus, dass es sich beim Vers 2059 um eine »Litotes« handelt, also um eine Untertreibung.]
witz ist ein hort, der niht enkan
geroubet werden, noch verstoln.
kunst mac wol eine wîle doln
an guote bresten unde schaden,
daz aber si mit nôt geladen
sî ze langen stunden,
des hab ich niht befunden
und ist mir selten worden schîn.
der wîse mit dem liste sîn
Das erwarte ich von dir.
Wissen und Verstand ist ein Schatz, der weder
geraubt noch gestohlen werden kann.
Können und Kunstfertigkeit mögen wohl eine zeitlang
Mangel und Schaden an Gut und Vermögen erleiden,
dass sie aber über längere Zeit in eine
Notlage geraten,
das habe ich bisher nicht vernommen
und auch noch nie gesehen.
Der, der weise ist,
[Ich gehe davon aus, dass es sich beim Vers 2059 um eine »Litotes« handelt, also um eine Untertreibung.]
Montag, 15. Dezember 2014
2041-2050
der sinne niht enhæte.
schaz unde rîch geræte
bedarf wol guoter witze.
swie kunst vil ofte sitze
rîchtuomes unde gülte vrî,
sô wont ir doch diu sælde bî
und alsô ganzer wirde lôn,
daz von ir sprichet Salomôn,
wîsheit sî bezzer denne golt.
den apfel dû mir lâzen solt!
dem es an Verstand fehlt.
Für Reichtum und wertvollen Hausrat
ist sicherlich eine klare Vernunft notwendig.
Auch wenn die Weisheit häufig
ohne Einkommen und Reichtümer auskommen muss,
hat sie doch Anteil am göttlichen Heil
und sie erhält auf diese Weise den Lohn einer uneingeschränkten Würde,
von der Salomon sagt,
dass Weisheit besser sei als Gold.
Den Apfel musst du mir lassen!
schaz unde rîch geræte
bedarf wol guoter witze.
swie kunst vil ofte sitze
rîchtuomes unde gülte vrî,
sô wont ir doch diu sælde bî
und alsô ganzer wirde lôn,
daz von ir sprichet Salomôn,
wîsheit sî bezzer denne golt.
den apfel dû mir lâzen solt!
dem es an Verstand fehlt.
Für Reichtum und wertvollen Hausrat
ist sicherlich eine klare Vernunft notwendig.
Auch wenn die Weisheit häufig
ohne Einkommen und Reichtümer auskommen muss,
hat sie doch Anteil am göttlichen Heil
und sie erhält auf diese Weise den Lohn einer uneingeschränkten Würde,
von der Salomon sagt,
dass Weisheit besser sei als Gold.
Den Apfel musst du mir lassen!
Samstag, 13. Dezember 2014
2031-2040
wan si mizzet allen hort.
si muoz beschrôten ime sîn ort
und nâch der mâze rîzen.
swer sich wil guotes vlîzen,
der muoz ouch haben liste,
dâ mite er guot gefriste
und ez beschirmen künne.
ein man wol guot gewünne,
het er eht sinnerîchen muot;
sô möhte ein man verlieren guot,
weil es jeden Schatz misst.
Es muss ihm seinen Raum zuweisen
und nach dem richtigen Maß einzeichnen.
Wer auch immer sich um Besitz bemüht,
der muss auch über Weisheit verfügen,
so dass er damit den Besitz erhalten
und beschirmen kann.
Jemand kommt wohl leicht zu Besitz,
wenn er verständig ist;
ebenso verliert jemand leicht Besitz,
si muoz beschrôten ime sîn ort
und nâch der mâze rîzen.
swer sich wil guotes vlîzen,
der muoz ouch haben liste,
dâ mite er guot gefriste
und ez beschirmen künne.
ein man wol guot gewünne,
het er eht sinnerîchen muot;
sô möhte ein man verlieren guot,
weil es jeden Schatz misst.
Es muss ihm seinen Raum zuweisen
und nach dem richtigen Maß einzeichnen.
Wer auch immer sich um Besitz bemüht,
der muss auch über Weisheit verfügen,
so dass er damit den Besitz erhalten
und beschirmen kann.
Jemand kommt wohl leicht zu Besitz,
wenn er verständig ist;
ebenso verliert jemand leicht Besitz,
Donnerstag, 11. Dezember 2014
2021-2030
ûf die götinne rîch erkant.
›sich‹, sprach si wider si zehant,
›wie gar dîn kriec ist üppeclich,
dû lâ dîn strîten wider mich,
dîn rede hilfet niht ein ei;
wan allez guot ist gar enzwei,
swâ man niht rehter witze enpfliget.
an guote wîser man gesiget
und ist gewaltic über ez.
kunst hât des guotes winkelmez,
an die Göttin, die für Reichtum bekannt war.
›Schau‹, sagt sie sogleich zu ihr,
›schon weil deine Angriffe grundlos und unnütz sind,
lässt Du es sein, mit mir zu zanken;
dein Vortrag hilft dir nicht die Bohne,
denn aller Besitz ist ganz und gar nichtig,
wo auch immer man sich nicht mit rechter Weisheit um ihn kümmert.
Ein weiser Mann erringt Besitz und Güter
und weiß mit ihnen umzugehen.
Das Wissen ist das Winkelmaß des Besitzes,
[Das semantische Spektrum von »üppeclich« versuche ich mit »grundlos und unnütz« zu umfassen.]
›sich‹, sprach si wider si zehant,
›wie gar dîn kriec ist üppeclich,
dû lâ dîn strîten wider mich,
dîn rede hilfet niht ein ei;
wan allez guot ist gar enzwei,
swâ man niht rehter witze enpfliget.
an guote wîser man gesiget
und ist gewaltic über ez.
kunst hât des guotes winkelmez,
an die Göttin, die für Reichtum bekannt war.
›Schau‹, sagt sie sogleich zu ihr,
›schon weil deine Angriffe grundlos und unnütz sind,
lässt Du es sein, mit mir zu zanken;
dein Vortrag hilft dir nicht die Bohne,
denn aller Besitz ist ganz und gar nichtig,
wo auch immer man sich nicht mit rechter Weisheit um ihn kümmert.
Ein weiser Mann erringt Besitz und Güter
und weiß mit ihnen umzugehen.
Das Wissen ist das Winkelmaß des Besitzes,
[Das semantische Spektrum von »üppeclich« versuche ich mit »grundlos und unnütz« zu umfassen.]
Abonnieren
Posts (Atom)