Mittwoch, 13. März 2024

19490-19499

durz daz vor schaden werde ir leben

ze Kriechen von ir kraft behuot.

si leiten an ir kleider guot

gemeine und algelîche;

diu sach man alsô rîche

dâ liuhten unde glesten,

daz si den werden gesten

stuonden wunneclichen an.

Pârîs ir aller houbetman

dur guften und dur schallen


damit durch deren Kraft 

ihr Leben bei den Griechen bewahrt werde.

Sie zogen alle zusammen

ihre gute Kleidung an,

die man dort prächtig

leuchten und strahlen sah,

sodass sie zu den edlen Fremden

ganz wunderbar passte.

Paris, ihr Anführer,

wurde vor aller Augen

Dienstag, 12. März 2024

19480-19489

vil kerzen drinne brunnen

schôn unde wunneclîche.

nû daz der tugentrîche

Pârîs und die gesellen sîn

daz tempel sâhen alsô fîn

und si den schal vernâmen,

dô vuorens’ unde kâmen

mit willen in daz einlant:

si wolten alle ir prîsant

den göten ouch dar inne geben,


In dem Tempel brannten schön und angenehm

viele Kerzen.

Als nun der vielbegabte Paris

und seine Männer

den überaus schönen Tempel sahen

und sie die Stimmen und Musik hörten,

gingen sie bereitwillig

auf die Insel.

Auch sie wollten dort ihre Geschenke

den Göttern darbringen, 

Montag, 11. März 2024

19470-19479

sus wolten si dâ vîren

der werden süezen Minne tac.

daz tempel wol gezieret lac

mit golde und mit gesteine,

und was mit bluomen reine

beströuwet und mit grase wol;

gedœnes unde sanges vol

wart ez von hellen stimmen

und gleiz von liehten gimmen

gelîch der glanzen sunnen;


Auf diese Weise wollten sie dort

den Tag der edlen, süßen Minne feiern.

Der Tempel war mit Gold

und Edelsteinen schön geschmückt;

auch hatte man überall leuchtende Blumen

und Gras ausgestreut.

Mit Musik und Gesang 

aus hellen Stimmen war er erfüllt

und er erglänzte durch die strahlenden Edelsteimme

so wie der glänzende Sommer.  

Freitag, 8. März 2024

19460-19469

ze prîse der götinne,

diu Vênus was geheizen.

zuo der riviere kreizen

wâren si dur schallen

ûz den bîlanden allen

gestrichen und gekêret.

Vênus wart von in gêret

mit aller hande wunnespil.

man hôrte dâ pusûnen vil

und harphen unde lîren.


zum Ruhm der Göttin,

die den Namen Venus trug.

Zu dieser Ufergegend

waren sie laut hörbar

aus allen angrenzenden Ländern

gezogen.

Venus wurde von ihnen 

mit allerlei Vergnügungen geehrt.

Man konnte dort viele Posaunen hören

und Harfen und Leiern. 

Donnerstag, 7. März 2024

19450-19459

ir wurden kleider an geleit,

diu verre lûhten über al.

von liuten einen grôzen schal

heten schiere si vernomen;

die wâren dâ z’ein ander komen

vil snelleclichen und gerade.

dâ stuont ein tempel bî dem stade,

von marmel, ûzer mâzen wît.

dâ woltens’ eine hôchgezît

begân des tages inne


Sie bekamen Kleider,

die weithin strahlten und leuchteten.

Bald hörten sie den großen Lärm

von Menschen,

die dort gerade mit großer Eile

zusammengekommen waren.

Dort am Strand stand ein überaus großer Tempel

aus Marmor.

Dort wollten sie an diesem Tag

ein Fest feiern,

Mittwoch, 6. März 2024

19440-19449

dâ kom sîn herze sorgen abe,

dâ mite ez was gebunden ê.

dâ lac ein insel bî dem sê,

geheizen Citarêâ,

zuo der begunde er îlen sâ

und stiez aldâ ze lande.

ûf einem schœnen sande

liez eine wîle sich daz her

durch banken nider bî dem mer.

Dar nâch diu rotte wart becleit;


Dort konnte sein Herz die Sorgen abstreifen,

mit denen es zuvor gebunden war. 

Dort lag eine Insel am Meer

namens Citarea,

zu der er eilends aufbrach

und an Land ging.

An einem schönen Strand am Meer

ließ sich das Heer eine Zeit lang nieder,

um zu essen und zu trinken.

Danach wurde die Schar eingekleidet.

Dienstag, 5. März 2024

19430-19439

dennoch sô vuorte er fürsten mê,

der ich niht aller mac gezeln.

swaz man von râte kan erweln,

des heten si grôz überkraft,

wan ez geschiet nie ritterschaft

von lande mit sô rîcher zer.

nû daz si fuoren ûf daz mer,

dô volget in guot segelwint.

Pârîs der kêrte ân underbint

geswinde z’einer schœnen habe.


Zudem waren weitere Fürsten mit ihm aufgebrochen,

die ich nicht alle nennen kann.

Von allem, was man bei einer solchen Fahrt brauchen kann,

hatten sie mehr als genug,

denn niemals zuvor war ein Ritterheer 

mit so reichhaltiger Nahrung aufgebrochen.

Als sie nun auf das Meer fuhren,

folgte ihren Segeln guter Wind.

Paris fuhr sogleich

schnell zu einem schönen Hafen.