Freitag, 22. März 2024

19560-19569

swes man bedürfen solte,

des alles was dâ market.

gewahsen und gestarket

was dâ gedrenge bî der zît;

iedoch wart im gemachet wît

von allen samenungen.

si trâten unde drungen

schier unde balde hinder sich,

dô si den ritter wunneclich

mit ougen an gesâhen.


Was auch immer man begehrte,

das wurde dort verkauft.

Als er ankam, war dort schon ein 

großer Andrang und großes Gedränge,

doch wurde ihm von allem Grüppchen

Platz gemacht.

Sie traten schnell und eiligst

zurück,

als sie den schönen Ritter

zu Gesicht bekamen.

Donnerstag, 21. März 2024

19550-19559

der edele und der guote

brâht ûf des tempels alter

mit zühte manicvalter

sîn opher dâ vil schône

der Minne z’eime lône,

die man des tages êrte;

dar nâch der hübsche kêrte

für daz betehûs zehant,

dâ man des mâles veile vant,

swaz man von krâme wolte.


Der Edle und Angesehene

brachte auf dem Altar des Tempels

mit großer Sorgfalt 

sein Opfer dar,

als Gabe für die Liebe,

die man an diesem Tag ehrte.

Danach ging der Höfische 

sogleich in den Tempel hinein,

wo zu dieser Zeit alles verkauft wurde,

was man gebrauchen konnte.

Mittwoch, 20. März 2024

19540-19549

man dorfte liute nie sô vil

beschouwen, sô dar inne was.

der eine sanc, der ander las,

als in dâ was gemæze.

man seit, daz nieman sæze

dâ müezic bî der stunde.

mit handen und mit munde

triben si dâ manic dinc,

daz Pârîs der jungelinc

dô lopte in sînem muote.


Man hatte noch nie so viele Menschen

beobachten können wie dort.

Der eine sang, der andere las –

je nachdem, worauf sie gerade Lust hatten.

Es heißt, dass dort niemand gesessen sei,

der gerade untätig war. 

Mit Hand und Mund

waren sie dort vielfältig beschäftigt,

was Paris, der junge Man,

ausdrücklich zu loben wusste. 

Dienstag, 19. März 2024

19530-19539

sîn hâr was krispel unde reit

und gleiz als ein gespunnen golt.

durch hôher wirdikeite solt

het er diu liehten kleider an.

er schuof, daz er und sîne man

den Kriechen wol gevielen.

si kâmen ûz den kielen

gegangen in daz tempel dô,

dar inne manic herze frô

was mit hôher wunne spil.


Lockig war sein Haar

und es glänzte wie gesponnenes Gold.

Die strahlenden Kleider trug er

als Zeichen hoher Würde:

Er sorgte dafür, dass er und seine Männer

den Griechen gut gefielen. 

Sie gingen dann aus den Schiffen

in den Tempel,

wo viele Herzen freudig

und unbekümmert vergnügt waren. 

Montag, 18. März 2024

19520-19529

er hete küniclichen rât,

dâ mite er wart gegestet.

sîn lîp was überlestet

mit ûz erwelter sælikeit;

dâ von daz keiserlîche kleit

im stuont vil werdeclichen an.

sîn gürtel und sîn fürspan

unde ein schapel, daz er truoc,

diu wâren tiure und edel gnuoc

von küniclicher rîcheit.


Er wurde 

königlich eingekleidet und

sein Körper war übersät 

von erlesenem Schmuck,

sodass er die kaiserliche Kleidung

mit größter Würde trug.

Sein Gürtel und seine Gewandspange

und einen Kranz, den er trug,

die waren überaus wertvoll und edel

und zeugten von königlicher Pracht und königlichem Reichtum. 

Freitag, 15. März 2024

19510-19519

er hete sich des wol bedâht,

daz er dâ wolte schouwen

vil manige liehte frouwen,

diu zuo der hôchgezîte kam.

des wart der ritter wunnesam

gezieret verre deste baz,

wan er sîn selbes dâ vergaz

an keiner slahte dinge,

daz eime jungelinge

schôn unde werdeclichen stât.


Er hatte im Sinne,

dort zahlreiche schöne Damen 

zu sehen,

die zum Fest gekommen waren.

Deshalb wurde der herrliche Ritter

umso besser ausstaffiert,

denn er achtete stets 

in jeder Hinsicht auf alles,

was einem jungen Mann

gut steht und seinem Ansehen entspricht. 

Donnerstag, 14. März 2024

19500-19509

gecleidet vor in allen

wart mit keiserlicher wât.

er truoc den besten ziclât,

der ie ze Kriechen wart gesehen,

dar ûz man liuhten unde enbrehen

sach beide gimmen unde golt,

wan er hete dar geholt

gezierde manger hande.

an lîbe und an gewande

was er nâch wunsche vollebrâht.


mit Lachen, Jubel und unter lauten Rufen

mit kaiserlicher Kleidung eingekleidet.

Er trugt die beste Ziklatseide,

die man je in Griechenland hat sehen können.

Aus dieser Seide heraus leuchteten und strahlten

Gold und Edelsteine,

denn er hatte zahlreiche Schmuckstücke

mitgebracht.

Körper und Kleidung waren so,

wie man es sich nur wünschen konnte.