Freitag, 28. April 2017

6951-6960

mit einem schiffe alsus gezoget.
her Prîamus, der lantvoget,
des mâles was ze Troye niht
und wiste keine der geschiht,
daz die Kriechen fuoren dar.
sîn vater Lâmedon was gar
von alter worden swære,
noch mohte wunnebære
niht belîben unde vrô,
wan in verdrôz des alles dô,

mit einem derart vorzüglichen Schiff.
Herr Priamus, der Statthalter des Landes,
war zu dieser Zeit nicht in Troja
und wusste nichts vom Geschehen,
nichts davon, dass die Griechen dorthin gekommen waren.
Sein Vater, Lamedon, war 
durch sein Alter ganz trübselig geworden,
und weder Lust 
noch Freude hatten Bestand,
weil ihn in jenen Tagen alles anwiderte, 

Donnerstag, 27. April 2017

6941-6950

und diu geselleclîchiu schar
wær im ze schaden komen dar
und ûf sînen ungewin,
wan ez enwart ze Troye hin
nie vor der selben zîte mê
kein schif gefüeret über sê,
noch dekeiner slahte kiel;
dâ von dem künige misseviel,
daz die geste kâmen dar
gewâpent unde harnaschvar

und die ganze vereinte Truppe
dorthin gekommen seien, 
um ihm zu schaden 
und um ihm Unglück zu bereiten,
denn niemals zuvor wurde über das Meer
nach Troja ein Boot gelenkt
noch irgendeine Art von seetüchtigem Schiff;
deshalb störte es den König,
dass die Fremden bewaffnet
und gerüstet dorthin gekommen waren,

Mittwoch, 26. April 2017

6931-6940

ûf den sant durch sîn gemach,
des im doch lützel dâ geschach,
wan der künic Lâmedon,
der wolte si zehant dâ von
mit zorne trîben unde jagen.
dô man im des begunde sagen,
daz ir sehs hundert wæren,
dô wart er von den mæren
betrüebet sêre und angesthaft.
er wânde, daz diu ritterschaft

auf dem Strand nieder um auszuruhen,
wozu es aber gar nicht kam,
denn der König Lamedon,
der wollte sie sogleich voller Zorn
vertreiben und davonjagen.
Als man ihm die Neuigkeit erzählt hatte,
dass es sich um 600 handelt,
machte ihn die Nachricht
seht traurig und besorgt.
Er ging davon aus, dass die Ritterschaft 

Dienstag, 25. April 2017

6921-6930

sach man die getriuwen
erfrischen und erniuwen
ir wazzer seiger unde mat.
vor diser wunneclicher stat
wolten si dô sîn gelegen
und heten gerne dâ gepflegen
ruow unde kurzewîle.
si wâren manic mîle
gestrichen ûf dem wilden mer;
dâ von lie sich daz müede her

mit kaltem, kühlem Brunnenwasser
erfrischten und wie sie ihr
trübes und schales Wasser austauschten.
An diesem angenehmen Platz
wollten sie dann Rast machen
und sie hätten dort gerne
die Ruhe genossen und sich die Zeit vertrieben.
Sie hatten auf dem Meer
viele Meilen zurückgelegt.
Deshalb ließ sich die müde Truppe

Montag, 24. April 2017

6911-6920

liezen si dâ nider sich.
vil manic brunne lûterlich
qual ûz des herten grienes kise
und stiez ein wol gebluomtiu wise
vil harte wunneclichen dran,
dar ûf Jâson und sîne man
kêrte durch bankîe.
diu werde massenîe
vant dâ vil von wunnen.
mit kalten küelen brunnen

gingen sie von Bord. 
Viele klare Quellen
sprudelten aus dem harten Kies am Ufer
und direkt daneben lag auf herrliche Weise 
eine schön mit Blumen bewachsene Wiese,
zu der Jason und seine Männer
gingen, um sich dort zu vergnügen.
Der vortrefflichen Gesellschaft
widerfuhr da einiges an Lust und Freude. 
Man sah, wie sich dort die Getreuen

Dienstag, 18. April 2017

6901-6910

von Kriechen vil geswinde.
er hete guote winde
und edel weter lûtervar.
sîn segel vlouc nâch wunsche dar.
Er unde sîn geselleschaft
die fuoren sêre vröudenhaft
und wâren aller sorgen abe.
ze Troye kâmens' in die habe
und stiezen dâ ze lande.
ûf einem schœnen sande

Griechenland mit großer Eile. 
Er hatte guten Wind
und ausgezeichnetes, strahlendes Wetter.
Sein Segel flog perfekt dahin.
Er und seine Mannschaft,
die waren mit großer Freude unterwegs
und aller Sorgen ledig.
Sie gelangten in Trojas Hafen
und landeten dort an.
An einem schönen Strand

Mittwoch, 12. April 2017

6891-6900

Jâson vuor sîne strâze alsus.
des wart sîn veter Pêleus
vil hôhes muotes bî der zît.
daz er niht widerkæme sît,
des wart von im gewünschet vil.
dô man des liehten meigen spil
mit sîner blüete komen sach
und der walt ein obedach
truoc von loube grüene,
dô schiet Jâson der küene

Derart vorbereitet machte sich Jason auf den Weg.
Sein Vetter, Peleus, geriet deshalb
in jenen Tagen in Hochstimmung.
Oftmals wünschte er sich, 
dass er niemals mehr wiederkommen möge. 
Als man das Vergnügen des strahlenden Monats Mai
mit seiner Blüte sich nähern sah
und der Wald ein Dach
aus grünen Blättern trug,
da verließ Jason, der tapfere,